21. August 2013

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Ein schrecklicher Tag, der noch nachhallt. Ein Tag, der sich in das syrische Gedächtnis einprägt hat: Stimmen von Müttern und Vätern, die zu Klagerufen werden, die ihre toten Kinder zurückwünschen. Überlebende Kinder, die nicht fassen können, dass sie immer noch leben… Zitternde Kinder, aus deren kleinen Mündern weißer Schaum heraus läuft. Kinder, die ihren letzten Atemzug nehmen, bevor sie diese Welt verlassen…

Das ist kein Horrorfilm, sondern das, was sich am 21. August 2013 im Osten von Ghouta in Syrien abgespielt hatte. An dem Tag hatte das Assad-Regime Ghouta mit chemischen Waffen, die international verboten sind, bombardiert. Aber in Syrien ist nur die Freiheit verboten. Solche Waffen dagegen sind erlaubt und sogar beliebt!

Die Welt schaut zu

Noch im Dezember 2012 hatte US-Präsident Barack Obama erklärt, dass es nicht akzeptabel sei, wenn chemische Waffen gegen die syrische Bevölkerung verwendet würden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, kündigte er eine entsprechende Reaktion darauf an. Als Assad den Massenmord in Ghouta aber begangen hatte, war der UN-Sicherheitsrat zwar besorgt, aber untätig. Der US-Außenminister John Kerry sagte, dass die Welt und die Menschlichkeit diese Angriffe nicht ignorieren dürfe. Aber die Welt schaute einfach zu…

Im Jahr 2013, in dem der Massenmord begangen wurde, wurde dann die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) mit Sitz in Den Haag mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Warum wurde erst reagiert, nachdem Syrien vom Norden bis zum Süden mit chemischen Waffen bombardiert wurde?

Ein Mädchen, dass nach einem erlittenen Schock feststellte, dass sie noch lebt schrie: „ich lebe immer noch, ich lebe immer noch, Onkel lass mich nicht alleine.“ Welche belastenden psychologischen Auswirkungen haben diese Geschehnisse auf die Kinder, die dem Tot entkamen?

Tödliches Seringas

Zirka 1.600 Menschen, davon 400 Kinder, sind durch die chemische Bombardierung mit „Seringas“ gestorben: Ein Gas, das weder Farbe noch Geruch enthält; es ist einfach tödlich. Es beginnt mit Herzrasen, geht über zu einem langsamen Herzschlag und endet mit einem Herz, das nicht mehr schlägt.

Die negativen Auswirkungen von der international verbotenen chemischen Bombardierung hallen außerdem bis zu den nachfolgenden Generationen nach. Tatsächlich hat der Anteil von Kindern, die eine Behinderung haben, seitdem zugenommen und sie ist darauf zurückzuführen, dass ihre Eltern dem Seringas ausgesetzt waren. Noch dazu gibt es vemehrt Fehlgeburten in den letzten Monaten vor der Geburt.

Trotz der Tragödie, die in Ghouta geschah und obwohl Barack Obama sagte, dass der Einsatz von chemischen Waffen eine rote Linie sei, die eine nicht zu überschreitende Grenze repräsentiere, hat diese sich der Menschlichkeit verpflichtete Welt nicht reagiert. Hat dies dazu geführt, dass das Assad-Regime das Schweigen als eine Erlaubnis gesehen hat, im Zusammenschluss mit Russland weitere Massaker zu begehen und andere Orten mit chemischen Waffen zu bombardieren?

Das Assad-Regime hat unterschiedliche Formen von Gewalt verwandt. Etwa hat es die Regionen, die Widerstand leisten, eingekreist und die  Bürger hungern lassen. Es hat außerdem Phosphorbomben eingesetzt, die international verboten sind, aber dieses Verbot wurde in Syrien ignoriert. Und jetzt wartet das syrische Volk nur noch auf ein Zusammentreffen mit einer Atombombe, denn von allen schrecklichen Begegnungen, ist ihnen lediglich diese bisher erspart geblieben.

Hazar Shahen

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