Geflüchtete in Deutschland: Zwischen Traum und Wirklichkeit

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Die Hoffnungen von vielen Geflüchteten zerbrechen nach ihrer Ankunft in der Diaspora auf den Felsen der Realität. Nach dem Empfang des Geflüchteten in den Notunterkünften, glaubt er, dass sein Traum greifbar nah geworden ist und dass er endlich angekommen ist. Nur noch ein paar Schritte bis er seinen Traum verwirklichen kann – so die Hoffnung.

Die Zeit vergeht langsam, während er sich in einem Zustand der Spannung und des Wartens befindet, um sein Asyl beantragen zu dürfen. Einen Monat nach der ärztlichen Untersuchung folgte die Asylbeantragung. Er muss wieder warten. Und hier kommt der Schock: Umzug zu einem anderen Ort und die medizinischen Untersuchungsverfahren werden wieder durchgeführt. Eine neue Etappe des Wartens beginnt.

Leider mangelt es bei vielen Aufnahmezentren, Schulen und Sporthallen an medizinischer und psychologischer Betreuung. Viele MitarbeiterInnen sind ehemalige Geflüchtete, die vor langer Zeit nach Deutschland gekommen sind. Aber ihr Umgang mit den Geflüchteten in Bezug auf Nächstenliebe und Menschlichkeit lässt viel zu wünschen übrig.

Die Wartezeit für eine Flüchtlingsanerkennung variiert zwischen fünf Monaten und anderthalb Jahren. Während dieser langen Wartezeit werden viele Entscheidungen geändert, die das Bleiberecht und die Flüchtlingsanerkennung sehr schwierig machen. Bei einigen wurde die Hoffnung nach Erhalt des Abschiebungsbescheids vom Winde verweht. Andere haben ihre Hoffnung verloren, als sie den subsidiären Schutz (für ein Jahr) bekommen haben. Weitere haben die Hoffnung während ihres Wartens auf die Gerichtsentscheidung aufgegeben. Manche von ihnen haben ein wenig Hoffnung bekommen, nach dem ihr Asyl anerkannt wurde. Diese müssen aber für ein bis zwei Jahre auf die Familienzusammenführung warten, um ihre Familien wiederzutreffen, die sie seit anderthalb Jahren nicht gesehen haben.

An dieser Stelle muss ich die Etappen erklären, die Geflüchtete durchgehen müssen:

  • Trennung von der Familie.
  • Der Schock über die lange Wartezeit.
  • Die schockierenden Entscheidungen bezüglich Geflüchtete.
  • Wartezeit für die Integration.
  • Wartezeit für die Familienzusammenführung.

Für den Fall, dass der Geflüchtete ein einjähriges Schutz- oder ein Abschiebungsbescheid bekommt, beginnt die Phase des Gerichtsverfahrens, des Anwaltes und das erneute Warten auf eine Anerkennung.

Alles was ich oben geschildert habe, verkörpert den Felsen, auf dem die Träume der Geflüchteten zerbrechen: Dies in einem Land, in dem überall Gesetze herrschen, die der Geflüchtete angefangen hat zu erfahren und sie kennen zu lernen. Die Türen der Hoffnung werden aber nicht geschlossen, solange es Menschen und Menschenrechtsorganisationen gibt, die ihre Unterstützung anbieten. Sie unterstützen die Geflüchtete bei der medizinischen Behandlung und bei der Lösung rechtlicher Probleme. Ferner organisieren sie kulturelle Veranstaltungen, die die Integration fördern und den neuen Ankömmlingen die Werte, Traditionen und Kultur des Landes präsentieren. Allerdings bleibt die Hoffnung als bloße Hoffnung und das Warten als Warten auf Dauer.

 

Hussam Al-Agha

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